Das war die erste Learning AID an der RUB

Auf dem Podium der Learning AID sitzen Jonas Leschke, Dr. Ivo van den Berk, Dr. Meike Vogel, Dr. Astrid Reich und Dr. Annabell Bils.

140 Anmeldungen aus ganz Deutschland, spannende Podiumsdiskussionen, Workshops, ertragreiche Fachgespräche und viele Möglichkeiten zur Vernetzung – das war die erste Learning AID an der Ruhr-Universität Bochum (RUB)! Im Fokus des Konferenz- und Workshop-Tages stand die gemeinsame Auseinandersetzung mit dem praktischen Einsatz von Learning Analytics und Künstlicher Intelligenz (KI) in der Hochschulbildung. Initiiert und organisiert wurde die Learning AID vom landesgeförderten Projekt KI:edu.nrw.

„Learning AID steht für Learning Analytics, Artificial Intelligence und Data Mining in der Hochschulbildung. Die Konferenz soll eine niedrigschwellige Vernetzungs- und Austauschplattform für Sie als Akteurinnen und Akteure unterschiedlicher Einrichtungen an Hochschulen bieten.“ Mit diesen Worten eröffnete Jonas Leschke, Projektkoordinator von KI:edu.nrw, den Tag. „Möglicherweise sind Sie heute nach Bochum gekommen, weil Sie die zunehmende Bedeutung von KI und Learning Analytics für Ihre Tätigkeit wahrgenommen haben. In KI:edu.nrw haben wir gemerkt, wie vielschichtig und interdisziplinär diese Themen sind. Zwar lassen diese Systeme ganz neue technische Lösungen oder möglicherweise didaktische und beraterische Ansätze zu, diese müssen allerdings datenschutzrechtlich und ethisch vertretbar sein“, führt Leschke weiter aus.

Der konstruktive Umgang mit diesen Themenkomplexen liefert Potenziale für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz und Learning-Analytics-Systemen – und dieses Zusammenspiel von Learning Analytics und datenschutzrechtlichen, technischen, ethischen, beraterischen sowie didaktischen Fragestellungen stand im Mittelpunkt der Learning AID am 30. August 2022.

Grußworte in Zeiten von Corona

Um in den Tag zu starten, waren zwei Grußworte geplant: Das erste sollte von Prof. Dr. Kornelia Freitag, Prorektorin für Studium und Lehre der RUB, gehalten werden. Diese musste leider kurzfristig absagen. Für sie sollte Dr. Peter Salden, Leiter des Zentrums für Wissenschaftsdidaktik und Projektleiter von KI:edu.nrw, das Grußwort übernehmen. „Doch Dr. Salden muss sich noch kurzfristiger entschuldigen, sodass wir uns entschieden haben, auf dieses Grußwort einfach zu verzichten“, erläutert Jonas Leschke mit einem leicht resignierten Augenzwinkern. Wenn uns die Corona-Zeit etwas beigebracht hat, dann flexibel zu bleiben.

Nach einigem Schmunzeln erhob sich – diesmal wie geplant – Dr. Stefan Drees, Referatsleiter für das Referat Informationsinfrastrukturen, Informationssicherheit und Digitalisierung in Studium und Lehre des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, und begrüßte die Teilnehmenden. In seinem Grußwort betonte Dr. Drees unter anderem die Bedeutung von KI und Learning Analytics für die Hochschullehre. Außerdem hob er die die Relevanz sowohl von Präsenz- als auch von Online-Lehre hervor. Seiner Meinung nach müsse beides im Einklang sein, damit die Hochschullehre bestmöglich funktioniere. Dr. Drees stellte weiterhin die Bedeutung sowie die Potenziale von Lerndatenanalysen heraus: Mit Unterstützung von KI:edu.nrw möchte das Land das Thema Learning Analytics in Nordrhein-Westfalen stärken und vorhandene Initiativen koordinieren. In diesem Zusammenhang verdeutlichte er, wie wichtig die Zusammenarbeit zwischen den Akteurinnen und Akteuren der unterschiedlichen Hochschulen ist. Um diese Zusammenarbeit zu befördern, wurde die Learning AID ins Leben gerufen.

Workshops: Impulsvorträge, World Cafés und angeregte Diskussionen

Nach der Eröffnung fanden sich die Teilnehmenden in die Workshops ein, zu denen sie sich vor der Veranstaltung angemeldet hatten. Angeboten wurden die Workshops Datenschutz und Ethik, Sprachen und wissenschaftliches Schreiben, IT und Educational Data Mining sowie Beratung und Didaktik.

Zu Beginn der Workshops standen zwei Impulsvorträge zu den jeweiligen Workshop-Themen im Kontext von Learning Analytics und KI auf dem Programm. Anschließend haben die Impulsgebenden Schnittmengen und Unterschiede der beiden Themenfelder skizziert. Im folgenden World Café hatten die Teilnehmenden dann die Möglichkeit, ihre Gedanken zu den Impulsen an sechs Statements und Impulsfragen an verschiedenen Pinnwänden mit den anderen Workshop-Besucherinnen und -Besuchern zu diskutieren und zu sichern. Das übergeordnete Ziel war der direkte Austausch – und dieses Angebot haben alle gerne angenommen: An jeder Pinnwand waren anregende Diskussionen zu hören, die Teilnehmenden haben ihre Gedanken schriftlich fixiert, weitere Fragestellungen ergänzt und Kontakte geknüpft. Die Ergebnisse des World Cafés haben die Impulsgebenden in einer Zusammenschau am Ende der Workshops vorgestellt und mit den Teilnehmenden im Plenum besprochen.

Podiumsdiskussionen

Zwei Podiumsdiskussionen bildeten den Rahmen des Tages. Um inhaltlich in die Learning AID zu starten, nahmen morgens Dr. Malte Persike, Leiter des Centers für Lehr- und Lernservices der RWTH Aachen und enger Projektpartner von KI:edu.nrw, und Jonas Leschke auf dem Podium Platz. Diana Meier, Öffentlichkeitsarbeit KI:edu.nrw und Mitorganisatorin der Learning AID, hat diese erste Podiumsdiskussion moderiert. Auch diese Konstellation war am Morgen der Veranstaltung als Ergebnis einer spontanen Anpassung entstanden. Diana Meier stellte den beiden Experten grundlegende Fragen zum Themenkomplex „KI und Learning Analytics“. Die gestellten Fragen trugen vor allem zu einer gemeinsamen Arbeitsbasis für den Austausch bei.

Die zweite Podiumsdiskussion war sogleich der Abschluss des Konferenztages. Dr. Astrid Reich, Leiterin Zentrum für Fremdsprachenausbildung der RUB, Dr. Meike Vogel, Leiterin Hochschuldidaktik und Lehrentwicklung im Zentrum für Lehren und Lernen der Universität Bielefeld, Dr. Annabell Bils, Geschäftsführerin im Zentrum für Lernen und Innovation der Fernuni Hagen und Dr. Ivo van den Berk, Teamleiter Wissenstransfer, Stiftung Innovation in der Hochschullehre in Hamburg, teilten mit Moderator Jonas Leschke ihre Erfahrungen und Erkenntnisse, die sie auf der ersten Learning AID gemacht haben, und sprachen über zukünftige Themen.

Ein spannender und erkenntnisreicher Tag ging mit einem positiven Fazit zu Ende: Sowohl die Podiumsgäste als auch die Konferenz-Besucherinnen und -Besucher konnten neue Gedanken aus den Workshops ziehen. Sie haben die Möglichkeit, sich mit Kolleginnen und Kollegen auszutauschen, wunderbar genutzt. Und insbesondere dieser Wunsch nach fachlichem Austausch wurde auch bei der Abschlussdiskussion angesprochen: dass der so wichtige Dialog zwischen den Hochschulen beibehalten und innerhalb der Communities fortgeführt wird – und diesem Wunsch möchten wir gerne nachkommen …

Save the Date: Die zweite Learning AID findet am 28. und 29. August 2023 statt!
Auch im nächsten Jahr wird es eine Learning AID an der Ruhr-Universität Bochum geben, und diesmal sogar an zwei Tagen: am Montag, den 28. und Dienstag, den 29. August 2023. „Die erste Learning AID kann also als Auftakt verstanden werden“, so Jonas Leschke. „Wir würden uns freuen, Sie alle wiederzusehen und uns anhand Ihrer Impulse und Gedanken zu Learning Analytics und KI in der Hochschulbildung auszutauschen. In diesem Sinne – bis nächstes Jahr!“

Für Informationen und Neuigkeiten rund um die Learning AID steht eine Mailingliste zur Verfügung. Hier können Sie sich anmelden: lists.ruhr-uni-bochum.de/mailman/listinfo/learning-aid/.

Für Ihre Unterlagen: die Tagungsmaterialien

Die Ergebnisse der World Cafés wurden auf den dafür vorgesehenen Pinnwänden gesammelt. Diese wurden fotografiert. Die Fotos der Pinnwände, die Folien der Impulsvorträge sowie die Eröffnungs- und Abschlusspräsentation können Sie sich hier herunterladen: https://ruhr-uni-bochum.sciebo.de/s/Q3RJIJhivyGd9U9.